von Susanne Erbay | Jan., 2026 | berühmte Bonner, DE, Geschichte, Musik, Sehenswürdigkeiten
Beethoven in Bonn mit allen Sinnen
Beethoven wurde in Bonn 1770 geboren, lebte und komponierte bis 1792 in Bonn. Die erste gedruckte Komposition Beethovens erschien bereits 1782. Deshalb nennt sich Bonn auch Beethovenstadt. Dieser Blog soll zeigen, dass Beethoven in Bonn mit unterschiedlichen Sinnen erlebt werden kann.
Sehen
Wird mit der Bahn angereist, sind die ersten Hinweise auf Beethoven in den Treppengeländern und an den Türen zum Hauptgebäude des Bahnhofs zu finden, ebenso bei der Bahnhofsmission.
Auch manche Ampel zeigt bei Grün, dass Beethoven in dieser Stadt geboren wurde.
Wer aufmerksam durch die Stadt geht, wird nicht nur die große Beethovenstatue auf dem Münsterplatz finden, sondern auch viele Beethoven-Figuren von Ottmar Hörl (in den Farben Gold, Grün, Lila oder Blau), die anlässlich des 250 Geburtstag Beethoven kreiert wurde, und den jungen, lächelnden Beethoven zeigen. (Beethoven Modell 2019| Werk | Ottmar Hörl ). Nicht nur in Schaufenstern, auch von Balkonen oder Vordächern blickt Beethoven auf die Passanten.
Manchmal sind auch selbstgemachte Beethoven-Figuren zu finden: ein Beispiel sitzt im Schaufenster vom Modehaus Maas gegenüber dem Beethovenhaus.
Weitere Beethoven-Kunstwerke sind in der Rheinaue oder im Stadtgarten zu finden. Hier hat Markus Lüpertz den kranken Beethoven dargestellt.

Nicht jedes Kunstwerk ist auf den ersten Blick als Beethoven-Denkmal zu erkennen: die Bildhauerin Yukako Ando hat in der Rheingasse (an der Stelle wurde Beethoven beim höchsten jemals gemessenen Hochwa
sser 1784 aus dem 2. Stock gerettet) ein, ein Pult errichtet, dessen Arbeitsfläche Ziehharmonika ähnlich in die Höhe und in ein geöffnetes Fenster übergeht. Aus diesem Fenster hatte Beethoven Blick auf den Rhein, die Beueler Seite und das Siebengebirge. Als Freiheitssymbol sitzt ein Vogel im Fenster. Ein Kinderstuhl vor dem Pult symbolisiert den heutigen Blick auf den Meister.
Vor der Beethovenhalle findet sich Beethoven von Klaus Kammerichs – eine außergewöhnliche Büste aus Beton.
Auch an Wänden oder Stromkästen ist der große Komponist zu sehen: Die Hauswand der Bahnhofsmission ist mit Beethoven geschmückt. In der Kaiserstraße/Ecke Weberstraße kann über die Bahngleise eine weiteres Mural besichtigt werden. Selbst im Stadtteil Beuel sind zwei große Murals zu finden (Jubiläumsjahr: Streetart in Bonn würdigt Beethoven – meikemeilen –)
Auf dem Marktplatz findet man Konterfei und Geburtshaus auf Stromkästen – zu den Marktzeiten ist oft auch der Ludwigsgrill zu sehen.
von Susanne Erbay | Feb., 2025 | DE, Geschichte, Sehenswürdigkeiten, Tradition, Veranstaltungen
Der Bonner Karneval wird auch als „Fünfte Jahreszeit“ bezeichnet und beginnt offiziell am 11. November um 11:11 Uhr und erreicht seinen Höhepunkt in den Tagen vor Aschermittwoch.
Ursprünglich wurde der Karneval als heidnisches Fest gefeiert, um den Winter zu vertreiben. Später wurde der Karneval vor der christlichen Fastenzeit vor Ostern gefeiert.
Auch wenn nicht alle Bonnerinnen und Bonner Karneval mögen und feiern, hat er eine kulturelle und soziale Bedeutung. Viele engagieren sich in Karnevalsvereinen, von denen es zahlreiche in Bonn und den Bonner Stadtteilen gibt. Jeder Karnevalsverein hat andere ‚Uniformen‘ oder Kostüme. Die Uniformen gehen auf die französische Besatzung Ende des 18./ Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Die Besatzer verboten den
Karneval, da sie Aufruhr fürchteten. Nach dem Ende der Besatzung wurde aber wieder gefeiert, und zwar in den Uniformen, die die Franzosen hinterlassen hatten. Man machte sich damit lustig über die Besatzer, später auch über die preußischen Besatzer. Ein Überbleibsel ist der ‚Stippeföttche‘, ein Tanz, bei dem Männer mit Säbel und Gewehr (in dem allerdings Blumen stecken) ihre Hinterteile aneinander ‚wibbeln‘.
Die Karnevalsvereine organisieren während der Session viele Karnevalssitzungen. Es gibt Prunksitzungen, Bälle, Tanzpartys, Damensitzungen, Herrensitzungen, Kindersitzungen – für jeden ist etwas dabei. Manch ein erfolgreicher Comedian oder auch einige Musiker hatte dort seine ersten Auftritte und legten den Grundstein für ihren Erfolg.
Der Auftakt des Straßenkarnevals ist die Weiberfastnacht. Traditionell stürmen die Frauen an diesem Tag das Rathaus, schneiden den
Männern die Krawatten ab und übernehmen symbolisch die Macht. Dieser Brauch wurde vor 201 Jahren, im Jahr 1824, von den Beueler Wäscherinnen eingeführt. Damals brachten die Männer per Schiff die frisch gewaschene Wäsche nach Köln bekamen dafür das Geld, das sie häufig auch im Karneval verprassten. 1824 reichte es den Wäscherinnen und sie beschlossen, hart durchzugreifen. Sie trafen sich zum Kaffeeklatsch und gründeten das Alte Beueler Damenkomitee 1824 e. V. Seitdem wird in Beuel traditionell das Rathaus gestürmt und es findet der Weiberfastnachtszug statt.
Am Karnevalssonntag wird das Alte Rathaus am Bonner Marktplatz durch die Narren gestürmt. Die Oberbürgermeisterin versucht es zu verteidigen – natürlich erfolglos. Ab 11 Uhr herrscht ein närrisches Treiben auf dem Bonner Marktplatz – schaut doch mal vorbei.
Der Höhepunkt des Bonner Karnevals ist der Rosenmontagszug. Mehrere
Stunden lang ziehen geschmückte Wagen, Fußgruppen und Musikvereine durch die Innenstadt und die Nordstadt. An der Zugstrecke stehen Tausende von Menschen und sammeln ‚Kamelle‘ und ‚Strüssje‘, also Bonbons und Blumensträuße. Für alle, die noch nie dabei waren: nehmt genügend Beutel für die Süßigkeiten mit.
Der Prinzen und die Bonna sind die Repräsentanten der Stadt während der närrischen Zeit. Sie nehmen an zahlreichen Veranstaltungen teil und sind die Stars der Session und natürlich des Rosenmontagszugs. Der letzte Wagen des Rosenmontagszugs ist der Wagen des Bonner Prinzenpaars, bevor dann die Stadtreinigung Bonn-Orange den gröbsten Schmutz des Zuges beseitigt. Ordnung muss sein. 🙂
Es lohnt sich auch als Nicht-Bonnerin oder Nicht- Bonner in jedem Fall, sich auf das Abenteuer Karneval einzulassen.
Mehr Informationen und Termine gibt es unter https://www.karneval-in-bonn.de/start/index.html
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